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Gebrauchte
PIGINI
Gebrauchtkauf
Checkliste, Morino Modellinformationen
Gebrauchtanfragen
: Ihre Traumgebrauchte PIGINI oder
EXCELSIOR finden Sie bei unseren Fachhändlern.
Durch den intensiven Kontakt mit unseren Fachhändlern besitzen wir
eine ständig aktuelle Übersicht welcher unserer Fachhändler gebrauchte PIGINI oder EXCELSIOR Modelle anbietet
und vermitteln Ihre Gebrauchtanfrage gerne an den richtigen Handelspartner
weiter. Und Sie können dabei sicher sein, daß Sie ein Akkordeon
mit kompetentem Service und Garantie kaufen von einem
autorisierten Händler der sein
Handwerk versteht. Erfahrene
Spezialisten,
die
jede
Mechanik
in-
und
auswendig
kennen, die auch mit Bayanstimmplatten routiniert und fachgerecht umgehen
können und Ihrem Instrument
die
richtige
Behandlung
zukommen
lassen.
Senden Sie uns Ihre Gebrauchtanfrage per Email mit den folgenden
Angaben zu. WICHTIG : Wir bearbeiten nur Gebrauchtanfragen mit
vollständigen Angaben. Dazu benötigen wir : 1.) Ihre vollständige Adresse.
2.) Das von Ihnen gewünschte Modell. 3.) Ihre ungefähre Preisvorstellung. Wir nehmen dann Ihre Anfrage in unser Gebraucht -
Interessentenverzeichnis auf und informieren Sie sobald sich ein passendes
Angebot findet.
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Viele
Gebrauchte machen einen guten Eindruck |
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Unsere machen Gänsehaut -
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Der
linke SUPER BAYAN SIRIUS wurde in einer autorisierten PIGINI
Akkordeonwerkstatt repariert,
gestimmt und geprüft.
Welchen
würden Sie lieber kaufen ? |
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Informationen
zur Gebrauchtwert Ermittlung finden Sie unter Reparatur.
Weitere
Informationen zum Gebrauchtkauf, den PIGINI "CONCERTO" und
"ELLEGAARD" Modellen, den "
PIGINI- Hohner " Modellen, zu Modellgenerationen und
Baujahrbestimmung finden Sie unter FAQ
- Fragen
Gebrauchtkauf Checkliste
Gebrauchtkauf
- Checkliste : Damit
unsere PIGINI Kunden auch beim Kauf einer gebrauchten PIGINI ein
Akkordeon erhalten mit dem sie lange Jahre Freude erleben sind beim
Kauf von gebrauchten Akkordeons einige Punkte zu beachten, hier
eine Zusammenstellung der wichtigsten. PIGINI empfiehlt unabhängig
davon ein gebrauchtes Akkordeon, egal welchen Alters, immer von einer
von uns autorisierten Akkordeon Reparaturwerkstatt überprüfen zu
lassen.
Wie
hoch ist die Kompression - Ist das Instrument auch richtig dicht ?
Man überprüft dies indem man das Diskant- und Bassregister auf Tutti
(auch Master oder volles Register) schaltet und dann bei geöffnetem
Balg das Instrument zusammendrückt, ohne
dabei Tasten und Knöpfe zu betätigen. Pfeifen hier Töne oder hört
man ein Luftzischen ist dies meist auf undichte Stellen am Balg oder den
Ventilklappen zurückzuführen. Nicht selten kommen undichte Stellen von
einer unsachgemäßen Reparatur der Mechanik oder von einem Neubelegen
der Ventilklappen mit Filzleder und unprofessioneller Mechanikjustierung
- besonders bei Cassottoinstrumenten. Wurde hier nicht sauber gearbeitet kann
man als kritischer Kunde davon ausgehen, daß auch nach einer "Einspielzeit"
- die in solchen Fällen meistens gerne empfohlen wird - sich die Kompression nicht wesentlich verbessert.
Unzureichende Kompression verursacht beim Spiel unnötig lange Balgwege
und verursacht beim Akkordeonisten schnell Spielfrust. Im Zweifelsfall
sollte man als Kunde die Luftdichtigkeit eines gebrauchten Akkordeons
mit einem fabrikneuen Instrument mit gleichen technischen Daten
vergleichen.
Wer
hat das Instrument repariert und gestimmt ? Wurden bei
Reparaturen auch immer Originalersatzteile verwendet ? Die
Reparaturqualität von Akkordeonwerkstätten und Akkordeonstimmern kann sich leider
stark voneinander unterscheiden. Nicht selten werden von Akkordeonreparateuren aus
Lagerhaltungs - Kostengründen durchschnittliche
Stimmplatten von deutschen Instrumentenmarken in hochwertige
italienische Akkordeons eingebaut. Lassen Sie dies im Zweifelsfall von
einem autorisierten Fachmann überprüfen der auch die Stimmung wirklich fachkompetent
beurteilen kann um zu vermeiden daß Sie anstatt des vermeintlichen
Schnäppchens eine Serviceruine eines
"Instrumentenverbesserers" erwerben die ihrem Käufer hohe
Folgekosten verursachen kann.
Sind
Korrosionsstellen von außen sichtbar ? Wo wurde das Instrument
aufbewahrt ? Lagerung in feuchter Umgebung
verursacht Oxidation, Korrosion und Roststellen an allen Metallteilen, nicht nur an den Balgecken, Balghaltern und allen
äußeren Metallteilen, sondern auch im Inneren des Akkordeons. Sind
äußerlich Korrosionsstellen zu erkennen ist schon Vorsicht geboten,
denn meist ist dann auch an den Stimmzungen im Inneren schon Oxidation oder
Rost vorhanden. Liegen alle Stimmplattenventile sauber an ? Ist das
Stimmplattenwachs noch geschmeidig oder bröselt und bröckelt es schon
? Sind entlang der Stimmplatten weiße Wachsrisse zu erkennen ? Sollte der Verkäufer sich weigern das Akkordeon zu öffnen
um das Innenleben anzusehen, muß man als Gebrauchtkäufer schon sehr mißtrauisch werden. Solange Sie ein gebrauchtes Akkordeon vor dem Kauf
nicht von innen ansehen können ist gesunde Vorsicht und Zurückhaltung
angebracht, denn man kauft hier immer die Katze im Sack. Ein seriöses Fachgeschäft wird dem Kunden ein gebrauchtes
Akkordeon auf Wunsch immer mit ruhigem Gewissen öffnen und den Zustand der Stimmplatten,
der Ventile und des Stimmplattenwachses vorzeigen und erläutern können. Die Beschaffenheit von Stimmplatten, Wachs und Ventilen
sind ein wichtiges Kriterium für die musikalische Leistungsfähigkeit
eines Akkordeons.
Klingen
alle Töne sauber ? Hört man Rasseln, Scheppern, Zirpen oder
Tonfluppen kann das auf abstehende Stimmplattenventile, bröckelndes Wachs,
streifende Zungen, verschmutzte Schwingkanäle oder Stimmzungenkorrosion zurückzuführen sein. Spätestens dann ist eine
Überprüfung und Korrektur der Stimmung angebracht. Eine Aufklärung
kann hier nur der Besuch in einer Fachwerkstatt bringen.
Weitere
Kriterien : Mechanische
Klappergeräusche beim Spiel ? Ist die Mechanik fachgerecht
repariert, nachjustiert und feinkorrigiert worden ? Stehen alle
schwarzen und weißen Klaviaturtasten in einer Flucht, ist die Klaviatur
hochgewandert ? Stehen beim Knopfakkordeon alle Knöpfe in der Flucht ?
Prüfen Sie alle Klaviaturtasten + Knöpfe auf ihren Zustand, korrekte
Position, Ausrichtung, Flucht und Leichtgängigkeit. Prüfen Sie die
Bassknöpfe auf ihren Zustand, korrekte Position, Ausrichtung, Flucht
und Leichtgängigkeit. Ist die Bassmechanik leichtgängig oder bleiben Töne
hängen, klemmt etwas ? Ist bei M3 Akkordeons die Convertor
Umschaltmechanik leichtgängig ? Sind alle Registermechaniken leichtgängig
oder muß man beim Schalten unnötig große Kraft aufwenden ? Sind alle
Kinnregister leichtgängig zu schalten ? Hat die Balgdichtung korrekten
Sitz, pfeift es irgendwo heraus ? Ist die Rückstellfederkraft aller
Klappen in Ordnung ? Spielgeräusche vorhanden ? Hat das Gehäuse Beschädigungen,
Kratzer, Scheuerstellen oder Risse ? Beschaffenheit des Grills, der
Verdeckstoffe und des Balgrückenkissens ? Prüfen Sie Trageriemen,
Bassriemen Balghalter und alle Lederteile auf Risse, Verschleiß und
feste Nietverbindungen. Haben die Trageriemenbügel noch festen Sitz ?
Sind die Standfüße am Bassdeckel unbeschädigt ? Sind an den
Balgeinfassungsstreifen (Kalikostreifen) Verschleißspuren zu erkennen,
wurde hier fachgerecht repariert ? Sind an den Balgecken Verschleißspuren,
sind sie korrodiert und sitzen diese korrekt ? Prüfen Sie die
Intonation (das gleichmäßige Ansprechen aller Töne) im Diskant und im
Bass im Piano (Pianissimo).
Morino Modellinformationen
Morino
Gebrauchtkauf
Da
die Firma EXCELSIOR (seit 2003 a division of PIGINI srl.) von 1968 - 2000 über 32 Jahr lang Morino
Akkordeons hergestellt hat, haben wir die in unserem Hause für
Handelsmarken hergestellten
Akkordeons in unsere Gebrauchtkaufhinweise aufgenommen.

Morino
Modellgenerationen : Die
Morino Modelle vor Baujahr 2001 erfreuen sich aus bestimmten Gründen
immer größerer Beliebtheit auf dem Gebrauchtmarkt. Besonders die älteren
Morinomodelle der M-Serie sind unter Sammlern heiß begehrt. Aber auch die
N+S Modelle, welche damals von EXCELSIOR ( heute PIGINI ) in Italien
hergestellt wurden, sind als Orchesterakkordeons, Oberkrainermodell,
Convertor- oder
Solistenmodell im Gebrauchtmarkt sehr gefragt. Aus Marketing- und Designgründen
wurde die Optik nach außen hin bei allen Morino Modellserien immer gleich
gehalten. Aber der technische Fortschritt und der Wettbewerbsdruck am
Akkordeonmarkt brachte es mit sich, daß die Morino Akkordeons über die
verschiedenen Modellserien technische Veränderungen erfahren haben. Die
Morino Modelle haben eine technische Entwicklung mit unterschiedlichen
Konstruktionen durchlaufen über die man bescheid wissen sollte wenn man
sich eine gebrauchte Morino zulegen möchte. Aber wie sieht es hinter der
Verpackung aus ? Welche Unterschiede gibt es bei den einzelnen Modellserien ? Auf
was sollte man achten, wenn man sich eine gebrauchte Morino kaufen will ?
Ist Morino gleich Morino ? Im Gebrauchtmarkt findet man von der
abgespielten und verstimmten Morino mit verrosteten Stimmplatten bis zum
pfleglich behandelten Wohnzimmerakkordeon natürlich alles. Um den
Gebrauchtinteressenten einen Überblick über die Modellunterschiede zu
geben, sind hier die wichtigsten Informationen zusammengefaßt. Dabei
handelt es sich nicht ausschließlich um Katalogangaben, viele Details und
Serviceerfahrungen sind von erfahrenen Reparateuren, Musikern, Händlern,
Sammlern und Akkordeonstimmern eingeflossen.
Morino
M Serie, 1948 - 1970 : Die
Morino der M Serie sorgt besonders wegen des charakteristischen Cassottoklanges
bei Fans und Akkordeonsammlern noch heute für leuchtende Augen. Die
musikalischen Eigenschaften der legendären M Morino sind für viele
Akkordeonisten eine Referenzklasse an der sich die aktuellen Morino Modelle messen lassen müssen. Da bei diesen Modellen die Registermaschine
nicht vor dem Cassotto, sondern auf und hinter der Klaviatur montiert ist
kann das Cassotto frei abstrahlen. Bei der Morino N+S Serie hingegen liegt die
Registermaschine vor dem Cassotto. Bei der M Morino wurde noch auf geringes
Gewicht geachtet, eine Morino V M wiegt 11,7kg, eine Morino IV M 10,9 kg.
Die Folgemodelle der N+S Serie sind durchwegs wuchtiger und schwerer, das gilt auch für die aktuelle Modellserie.
Fans
und Akkordeonsammler behaupten oft, daß der Klang und die Qualität der M
Morino von neuen Instrumenten heute nicht mehr erreicht werden kann. Die
Zeit spielt dabei eine wesentliche Rolle denn dies hängt nicht zuletzt
auch mit der Alterung der Instrumente zusammen. Auch den aktuellen
"Retro" Modellen dient die M Morino heute noch als Vorbild und
man versucht diesen Klang zu kopieren - aber das ist eine ganz andere
Geschichte ...
Konstruktionsmerkmale
M Morino :
Diskantregisterschieber aus rotem Plastik, hintenliegende Diskant
Registermechanik auf damaligem Stand der Technik in Concerto Bauweise. 4
programmierte Registerschieber, die Registerschieber von Ober- und
Untertremolo sind mechanisch gekoppelt und nicht einzeln schaltbar. Bei
den ersten Modellen mit 123 bzw. 127 Bassknöpfen sind die Wellenstiftmitnehmer ohne
Kunststoffdämpfung eingebaut. Die Knopfführungen in
der Basstufe sind hier nicht ausgefilzt, die Bassknöpfe
laufen also direkt in der Holzführungsbohrung. Auch die Klaviatur läuft
in einer der damaligen Zeit dem technischen Stand entsprechenden
Holzrechenkonstruktion. Deswegen hat die M Morino deutlich höhere
Spielgeräusche im
Vergleich zur N+S Folgeserie. Basstimmstock
mit 180 Grad Umlenkkanzellen, der Umlenk Stimmstock steht tiefer als die
Stimmstocksohle, deshalb hat das Gehäuse eine Vertiefung die mit einer
Aluminiumplatte verschlossen ist. Balginnenverschluß mit Drehknebel und
Riegel der auf dem Basstimmstock einhakt. Gehäuse Innenverschluß mit 2
Drehriegeln. Bassregisterschieber aus rotem Plastik. Der Grundbass hat
Doppel Registerschieber die das Tonlochfenster von 2 Seiten her verschließen.
Kugelfüße am Bassdeckel.
Bei
M – Modellen der 50er Jahre ist nicht nur das Gehäuse sondern auch das
Griffbrett mit einem weißen, umlaufenden Zierstreifen versehen. Dieser
Zierstreifen um das Griffbrett wurde bei der N+S Serie weggelassen.
M
Morino Serie von ca 1960
– 1972 mit 120 Bässen sind die jüngsten, spielgeräuschärmsten
und begehrtesten Sammlerinstrumente. Hier wurden Stimmplatten von
verschiedenen Herstellern eingebaut, die begehrtesten Sammlerinstrumente
darunter sind nicht diejenigen mit goldeloxierten Hohnerstimmplatten
sondern solche mit viel hochwertigeren italienischen Bugari Stimmplatten
bei denen auch die Bassknöpfe bereits in Filzringführungen deutlich
geräuschärmer laufen. Ein grundsätzlicher Nachteil aller M Morinos ist
der in der tiefen Oktave (16 Fuß, Basson) leider zu schwache Ton, der 16
Fuß klingt hier eher dünn und hart, denn die 16 Fuß Cassottostimmen bei
der M Morino haben andere Mensuren und sind aus Platzgründen verkürzt,
so daß die Amplitude der von EXCELSIOR gebauten Morino N+S der Folgeserie
deutlich größer und der Cassottoklang im 16 Fuß Register hörbar satter
ist.
Baujahrbestimmung
: In
einigen Gebrauchtanzeigen findet man den Werbezusatz "noch von Morino
selbst gebaut" – wie auch immer man glaubt das heute noch
festststellen zu können... Auf der Rückseite der Klaviatur findet man
eine 6stellige Nummer nach der man das Baujahr ermitteln lassen kann. Auf
der Hohner Webseite finden Sie eine Akkordeon-Modell-Tabelle von
sämtlichen früheren Akkordeonmodellen, technischen Daten und exakten
Baujahrangaben die bei der Gebrauchtwertermittlung recht nützlich ist.
Preis
:
In Katalogen der 50er und 60er Jahre findet man
Listenpreisangaben von ca 1200DM für eine Morino IV M und 1600DM für
eine Morino V M. Heute werden V M - Morinos je nach Zustand bis zu
3000EURO gehandelt. Je höher der Preis desto besser muß auch der
Erhaltungszustand sein, welcher jedoch wesentlich von der Qualität der
Reparatur- und Stimmarbeiten abhängt.
Gebrauchtkauf
Checkliste Morino M Serie : Bei
der M Morino oxidieren die Balgecken. Ein weiß-grünliches Oxidpulver
entsteht an den Auflageflächen weil diese durch Feuchtigkeit und Schmutz
ein chemisches Element bilden. Abhilfe : nicht abschaben, dann platzt die
Oberflächen Vergütungsschicht weg und man erhält dunkle Metallflecken.
Besser das Pulver mit einem Öllappen abwischen und die Balgecken leicht
einölen - oder den Balg komplett auswechseln und gleich durch eine Maßanfertigung
eines hochwertigen italienischen Balges ersetzen. Viele Musiker spielen
die M Morino wegen ihres einzigartigen Klanges und sind dabei bereit eine
Mechanik mit einem Geräuschniveau das dem damaligen Stand des
Akkordeonbaus entspricht zu akzeptieren. Wenn man heute eine M Morino mit
guter musikalischer Leistungsfähigkeit auf dem damaligen Stand des
Akkordeonbaus haben möchte, ist eine technische (komplett) Überarbeitung
und die Korrektur der Stimmung aufgrund des Alters unvermeidbar. Und die
Geschichte von der jahrzehntealten Morino die niemals gestimmt werden muß
ist natürlich ein Märchen.
Morino
N Serie 1968 -1983 : Die
Morino N Modelle wurden von EXCELSIOR (heute PIGINI) in Italien gebaut.
In Fachkreisen sprechen Akkordeonreparateure auch von der sogenannten
"Klebemorino". Denn bei dieser Serie findet man sehr, sehr häufig
Instrumente mit anklebenden Tasten und Bassknöpfen. Drückt man die
Tasten nieder,
so spürt man ein Losbrechmoment, sobald man dieses überwunden hat
schnalzt die Taste nach unten. Auch im Bass ist dieser Effekt bekannt. Es
gibt gebrauchte N-Morinos bei denen das Tasten- und Knopfkleben überhaupt
nicht auftritt, oder fast nicht spürbar ist, manche Instrumente kleben
nur rechts, manche auch im Bass. Bei Gebrauchtinstrumenten ohne
Klebeeffekt bedeutet das aber NICHT daß dieser über die Zeit nicht
trotzdem noch auftreten kann, denn der Klebeeffekt ist zeit- und
temperaturabhängig. Ursache : Das Tastenkleben ist auf einen Herstellungsfehler beim Lieferanten des
Filzleders zurückzuführen. Das Filzleder der Tonklappen wurde bei diesen
Instrumenten mit einem Kleber zusammengeklebt der das Leder durchtränkt
hat. Das Tastenkleben wird hervorgerufen indem der Kleber durch die
Lederschicht dringt, vorne austritt und das Leder auf der Aluminiumfüllung
anklebt. Nachdem man die Tasten einige Male niedergedrückt hat verschwindet der
Effekt des Tastenklebens zunächst aber er kehrt mit 100%iger Sicherheit wieder zurück.
Deshalb sollte man als Kaufinteressent einer N-Morino das Akkordeon nach
längerer Standzeit sehr feinfühlig Taste für Taste und Knopf für Knopf
anspielen ob man ein Losbrechmoment spürt. Lösung : Die einzige Lösung ist hier das komplette Auswechseln aller Filzlederbeläge
auf den Tonklappen. Beim Gebrauchtkauf einer N Morino sollte man sich
deshalb vergewissern ob auch wirklich sämtliche Tonklappenfilze im
Diskant, und falls nötig auch im Bass ausgewechselt wurden. Besonders
sollte man dabei auf perfekte Luftdichtigkeit achten, denn die
Tonklappenbeläge auszuwechseln ist die eine Sache, ein Cassottoakkordeon
aber danach auch wieder richtig dicht zu bekommen eine ganz andere. Übrigens
ist diese Reparatur meistens eine recht kostspielige Angelegenheit. Deswegen
sollte man besonders Acht geben nicht auf den alten
"Talkumtrick" hereinzufallen. Nicht selten versuchen Verkäufer das Tastenkleben mit
auftragen von Talkumpulver auf die
Lederseite der Tonklappen in den Griff zu bekommen, was natürlich eine
Komplettverschmutzung der Stimmplatten zur Folge hat, da sich das Pulver im
gesamten Instrument verteilt. Bei abgenommenen Grill kann man eine
außenliegende Tonklappe mit dem Gummi Verbindungsstück vom Klavishebel
abziehen und so das Leder prüfen. Fühlt es sich sehr glatt, kalt und
evtl. matschig an und sind die Lederfasern nicht einzeln zu sehen sondern
zusammengeklebt, läßt man besser die Finger weg oder verhandelt
dementsprechend. Das vermeintliche "Morinoschnäppchen" zum
supergünstigen Preis "besser als eine Neue" ist
erfahrungsgemäß immer eine "Klebemorino". Und - pardon - es
gibt viele N-Morinos bei denen man nach mehreren Reparaturversuchen den
Eindruck hat man spielt auf einer Luftpumpe. Findet man aber im Gebrauchtmarkt eine gut erhaltene N Morino, die in einer
professionellen Akkordeonwerkstatt fachgerecht repariert wurde, so wird sie aufgrund des
Baujahres meistens noch unterhalb des Preisniveaus einer S Morino zu haben
sein.
Morino
S Serie 1983-2000 : Das
Morino S Modell wurde ebenfalls von EXCELSIOR (heute PIGINI) in Italien gebaut und
dürfte zu den derzeit gefragtesten Instrumenten der Morino Modellserien
gehören. Denn es handelt sich um die jüngste Morino Serie die noch in
allerhöchster italienischer Qualität gebaut wurde. Aufgrund des geringen
Alters sind diese Instrumente meist noch von sehr guter Substanz, der
Verstimmungsgrad ist meist noch sehr gering das Stimmplattenmaterial und
Wachs in gutem Zustand. Die Instrumente spielen äußerst geräuscharm und
haben zuverlässige Mechaniken. Diejenigen Musiker die sich die beste
italienische Qualität der Morino (zurück) wünschen sind bei den S Modellen genau
richtig. Übrigens sind diese von EXCELSIOR damals gebauten Instrumente
heute noch im aktuellen EXCELSIOR Modellprogramm in der gleichen Konstruktion
zu finden. Dabei entspricht die EXCELSIOR 940 der damals gebauten M. IV S
und die EXCELSIOR 960 der damals gebauten M. V S. Selbstverständlich
werden heute in die EXCELSIOR 940 und 960 handgemachte Stimmplatten in
A-Mano (Handarbeit 1) Qualität eingebaut ( = De Luxe Ausstattung).
Morino
N+S Serie : Registerschieber
aus Aluminium, Gehäuse Innenverschluß mit 2 Drehriegeln, es gibt auch
Modelle mit Balgnägeln. Der 5chörige Bass wird bei M+N+S Modellen mit 4
programmierten Registerblechen geschaltet, dabei ist der 2. und 3.
Begleiter (leider) mechanisch gekoppelt. Die Registermaschine der N+S Serie
arbeitet leider nicht sehr geräuscharm und zuverlässig. Im
Langzeitbetrieb verstellt sich die Registermaschine spätestens dann wenn
die Registerlamellen etwas schwergängiger werden und man deshalb mit größerer
Kraft schalten muß. Bei älteren Gebrauchtinstrumenten sind schwergängige
Registermechaniken am "teigigen" Schalten zu erkennen, oft kann
auch nur mit Schwung richtig geschaltet werden. Hier muß die Registermechanik
zerlegt, gereinigt, neu montiert und die Registermaschine neu justiert
werden. Die
BS - Modelle besitzen vorgelagertes Manual 3, die CS - Modelle sind
mit einer italienischen Gama – Convertormechanik ausgerüstet. FBS Modelle sind
Freebass Modelle die im Bass nur Einzeltöne haben. Die Morino De Luxe
Modelle haben einen 90 Grad Winkelbass Stimmstock, HA1 Stimmen und
Goldmetall.
Morino
Slavko Avsenik Modelle : Das
Originalinstrument von Slavko Avsenik war damals ein Morino M Modell, in
das ein für die Volksmusik passendes Tremolo eingestimmt wurde. Der
Herstellerschriftzug wurde in Similisteinen ausgeführt. Einige
Oberkrainerfans lassen sich heute nach dem Vorbild von Avseniks Instrument
eine M Morino mit besten italienischen Stimmplatten und einem Similistein
Schriftzug neu aufbauen. Pardon - an dieser Stelle sei die Bemerkung
gestattet daß Slavko Avsenik lange vor dem Morino M Modell bereits ein EXCELSIOR
Akkordeon gespielt hat, wie man auf frühen Plattencovern der ersten Original Oberkrainer
Schallplatten sehen kann. Die Morino V S
Slavko Avsenik wurde von 1983 – 2000 natürlich ebenfalls von EXCELSIOR (heute PIGINI) in
Italien hergestellt. Sie ist mit einem 180 Grad Winkelbassstimmstock
und einer breiteren Piano Tastatur mit 20,5mm Tastenbreite ausgestattet.
Der Winkelbasstimmstock bringt kräftigere Bässe. Leider sind bis heute
alle Morino Avsenik Modelle nur mit Tipo a Mano Stimmplatten
in Handarbeit 2 Qualität ausgestattet. Die Trageriemenbügel wurden bei diesem Modell
(nun endlich) auf der Oberseite des Gehäuses montiert so daß man einen
besseren Kontakt zum Instrument hat als mit den rückseitig montierten Bügeln.
Der Herstellerschriftzug ist in Similisteinen eingesetzt. Die aktuelle
Modellserie der Avsenik Morino soll hier nicht weiter kommentiert werden.
Spielgeräusche
: Die
M Morino läuft mechanisch deutlich geräuschreicher als die
Nachfolgemodelle der N+S Morino. Das liegt daran daß die Klaviatur in
einer damals üblichen, einachsigen Holzrechenkonstruktion gelagert ist,
die Wellenstiftmitnehmer im Bass sind nicht mit Kunststoffdämpfern überzogen
sind und die Bassknöpfe nicht in Dämpfungsfilzen laufen, sondern direkt
im Holz. Die Nachfolgemodelle N + S haben im Diskant eine
Zentralachskonstruktion mit 2 Achsen und 2 Messinglagern je Taste, die
eine deutlich höhere Seitenstabilität der Taste und geringere Spielgeräusche
bringt. Im Bass sind die Wellenstiftmitnehmer mit Kuststoffdämpfern überzogen
und die Bassknöpfe laufen in mit Dämpfungsfilzen ausgestateten
Bohrungen. Die Morino N+S Modelle sind mechanisch in viel modernerer
Akkordeonbautechnik als die M Serie aufgebaut und sie laufen deshalb auch
deutlich geräuschärmer.
Morino
Stimmplatten Qualitätsunterschiede :
Die Stimmplattenbestückungen wurden im Laufe der Jahre geändert. Die
M Serie ist mit von Hohner selbst hergestellten Stimmplatten bestückt.
Meist findet man gold eloxierte, aufgenagelte Stimmplatten. Die 50er Jahre
M Serie hatte die schlechteren Stimmplatten und zwar gold eloxierte und
aluminiumblanke
Stimmplatten mit eingestanztem Punkt (in Atlantic Qualität). Wenn die Bass
Stimmstöcke 18 Platten auf einer Reihe haben sind es bessere,
handgearbeitete Hohner Stimmplatten. Später wurden die
Morinos mit Platten der italienischen Stimmenhersteller Bugari
und Cagnoni bestückt. Cagnoni Platten sind mit einem Schrägstrich auf
der Stimmplatte und meist die erste Stimmplatte eines Chores mit dem
Stempel "Cagnoni" gekennzeichnet. Bis auf die Morino De luxe
Modelle wurden (leider) alle Morinos der N+S Serie mit Tipo a Mano Stimmplatten in
Handarbeit 2 Qualität bestückt.
Morino
Serie ab 2001 : Ab
Baujahr 2001 hat die Morino nicht nur technische Veränderungen erfahren.
Neben dem Wechsel des Lieferanten wird zu moderaten Preisen in weltweit
organisierter Produktion hergestellt. Diese Modellserie soll hier nicht weiter kommentiert werden.
Morino
Historie : Der
italienisch - schweizerische Venanzio Morino wurde am 11. Dezember 1876 in
Bornasco (Piemont) geboren. Er lebte nach seiner Schreinerlehre in Genf
und heiratete dort eine Italienerin. Seine Tochter Germaine wurde 1906,
sein Sohn Raymond 1912 geboren. Morino übernahm Akkordeonreparaturen und
produzierte auch Akkordeons. Morino arbeitete damals beim namhaften
italienischen Akkordeonhersteller "Dallape" als
Akkordeonbaumeister und wurde dort von
Hohner 1928 abgeworben. Er konstruierte in Trossingen die Morino Modellserie. Venanzio
Morino starb am 1. Feb
1961 im Alter von 84 Jahren.
Umbau
und Tuning : Manche
Morinomodelle haben Trageriemenbügel in Form einer
"Gardinenstange", die an der Rückseite des Instruments montiert
sind. Der obere Trageriemenbügel ist dabei für viele Akkordeonisten sehr
gewöhnungsbedürftig, denn durch die Montage an der Rückseite steht das
Akkordeon relativ weit vom Körper weg und man bekommt ein schlechtes
Kontaktgefühl zum Instrument. Viele Musiker lassen sich deshalb moderne
Trageriemenbügel an der Gehäuseoberseite montieren um ihre Morino beim
Spiel näher am Körper zu haben.
Die
Morino der N+S Serie mit 11 Registern kann relativ einfach umgebaut werden
auf alle möglichen Registerkombinationen. So kann eine Morino mit 11
Registern auf einchöriges Tremolo oder Tremolo ohne Grundreihe geschaltet
werden, obwohl die Registerschalter diese Kombinationen nicht enthalten.
Die 5 programmierten Diskantregisterschieber sind hier einzeln zugänglich
und das Obertremolo ist mit dem Untertremolo mechanisch nicht gekoppelt,
wie es bei der M Serie der Fall ist. Führt man duch den Diskantgrill eine
mechanische Verlängerung der Registerschubstangen durch eine im Grill
eingepaßte Stabilisierungsplatte heraus, so kann man die einzelnen
Registerschieber von Hand schalten und sämtliche Registerkombinationen
von Hand einstellen. Die (leider nur 5) Bassregisterdrücker sind
ebenfalls nicht nach dem Geschmack eines jeden Akkordeonisten
programmiert. Durch neue, unprogrammierte Registerschieber kann der
Musiker seine eigenen Registerkombinationen wählen und die Bassregister
nach seinem Geschmack einstellen.
hohnerstimmung
?? Manche
Musiker meinen hartnäckig - aus welchen Gründen auch immer - daß ein
Akkordeon vom Hersteller Pigexcborbugmeistersinelliciarrot nicht in ein hohner Akkordeonorchester hineinpaßt weil es keine
hohnerstimmung hat.
FALSCH - eine hohnerstimmung gibt es obwohl sie umgangssprachlich
verwendet wird NICHT. Warum ? Die einzige Akkordeonstimmung die existiert
ist die gleichschwebend temperierte Stimmung und diese wurde nicht von hohner, sondern von Johann Sebastian Bach entwickelt (Das wohltemperierte
Klavier). Eine Akkordeonstimmung ist also kein Hexenwerk, oder ein
besonders gehütetes Geheimnis, wie es leider heute immer noch viele
Akkordeonhersteller und Reparateure ihren Kunden mit Werbeaussagen wie
Spezialstimmung, Oberkrainerstimmung, Solistenstimmung oder
Orchesterstimmung.... glauben machen wollen. Akkordeons spielen tatsächlich
in der gleichen Stimmung wie alle andere Musikinstrumente und diese ist
gleichschwebend temperiert. Diese Akkordeonstimmung ist eigentlich nur die
reine Mathematik, sonst nichts - nicht mehr und nicht weniger. In Zahlen
die 12te Wurzel aus 2 bezogen auf den Kammerton, und kein Geheimnis und
bestimmt kein Verkaufsargument für ein Akkordeon. Umgangssprachlich wird
mit hohnerstimmung nur das Schwebungstempo des Tremolos bezeichnet wobei
ein Akkordeonorchester angepaßtes Schwebungstempo gemeint ist. Es ist
heute jedem Akkordeonhersteller möglich ein vom Kunden gewünschtes
Schwebungstempo so einzustimmen daß das Schwebungstempo zum
Akkordeonorchester paßt. Der Klangcharakter des
Akkordeons wird aber von den Amplituden der Teiltöne (Obertöne) im
Klangspektrum bestimmt
und dieser ist natürlich reine Geschmackssache, denn Klang kann man
schlecht diskutieren. Da muß man schon genau hinhören um herauszufinden ob er einem gefällt.
Orchestertauglichkeit
?? Akkordeonorchesterstimmung ?? Heiß diskutiert ist natürlich
die grundsätzliche Frage ob hochwertige italienische Akkordeons
überhaupt in ein Akkordeonorchester hineinpassen. Die Antwort
steht oben. Nun, in den
meisten Orchestern werden ja bereits verschiedene Akkordeonmodelle mit
unterschiedlicher Stimmplattenqualität gespielt. Daraus folgt
zwangsläufig auch unterschiedliche Klangbrillianz der
Orchesterinstrumente. Zusätzlich ist das
Schwebungstempo bei 4chörigen Orchesterakkordeons mit einchörigem Tremolo und
5chörigen Instrumenten mit Doppeltremolo ebenfalls unterschiedlich.
Erfahrungsgemäß stellt sich deshalb diese Frage weniger rein
musikalisch, klanglich -
akustisch sondern wohl eher psychologisch. Und nicht selten ist diese
Frage direkt mit einer eigentlich viel wichtigeren verknüpft. Nämlich ob man grundsätzlich
überhaupt - aus welchen Gründen auch immer - hochwertige(re) Akkordeons anderer
Hersteller im eigenen Akkordeonorchester zulassen will. Aussagen wie "Ich
suche ein orchestertaugliches (???) Akkordeon mit 120 Bässen, -
dem Orchester wäre eine Morino am liebsten... !" hört man nicht
selten. Bei allem Respekt und Verständnis zur Markentreue sei eine klare und
deutliche Bemerkung hierzu erlaubt : Es ist ja wohl überhaupt kein
Geheimnis daß es heute immer noch Akkordeonorchester gibt bei denen
strikter Markenzwang herrscht und wo man auf die Spieler bei der Anschaffung
eines neuen Akkordeons massiven Druck ausübt... Vom reinen
musikalisch - künstlerischen Schaffen her betrachtet muß man aber
deswegen gar keinen Imageverlust befürchten denn die Musik spricht
schließlich für
sich und hochwertige Akkordeons mit orchesterangepaßtem Schwebungstempo -
EGAL VON WELCHEM HERSTELLER - sind für jedes Akkordeonorchester immer eine
Bereicherung. Jedenfalls sofern einem die eigene Markenloyalität oder optische
Gründe nicht im Weg stehen. Nun, der sensible Musiker
selbst weiß aber selbst immer noch am allerbesten welches Akkordeon zu ihm und seiner
Musik paßt und mit welchem Instrument er sich wohlfühlt. Schließlich
geht es ja um viel Geld. Kann man mit einem italienischen Ferrari
nach Deutschland zum Opel
Treffen fahren ?